Pfarrvikarie St. Vitus Messinghausen

Die Geschichte von Messinghausen reicht bis ins Mittelalter zurück: Bereits im Jahr 1250 wird ein Pleban (Pfarrer) im Ort erwähnt. Im Jahr 1450 erscheint erstmals eine dem Hl. Vitus geweihte Kirche im Güterverzeichnis der Benediktinerabtei Corvey.
Um 1500 gehörte Messinghausen zur Pfarrei Hoppecke und wurde gemeinsam mit ihr als Filialgemeinde nach Thülen eingegliedert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg übernahm das Zisterzienserkloster Bredelar die seelsorgliche Betreuung des Ortes. Bei einer Visitation im Jahr 1689 wird erstmals der Hl. Bartholomäus als Kirchenpatron genannt.

Im Jahr 1828 wurde Messinghausen offiziell zur Filiale erhoben. Zwischen 1866 und 1923 bildete der Ort zusammen mit Hoppecke eine Filialgemeinde mit eigener Vermögensverwaltung (m.e.V.). Seit 1923 besteht Messinghausen als Pfarrvikarie mit eigener Vermögensverwaltung.

Kirchen & Kapellen

Bereits 1963 fanden in Messinghausen Überlegungen statt, eine neue Kirche zu bauen. Die Verhandlungen zwischen Gemeinderat und Kirchenvorstand führten dazu, dass das gesamte Schulgelände für den Kirchenneubau zur Verfügung gestellt wurde. Der Architekt Joh. Reuter sen. aus Kassel wurde beauftragt, Bauvorschläge für das neue Gotteshaus zu erstellen. Die Skizze – Zelt Gottes unter dem Volke – fand in der Gemeinde und beim Erzbistum in Paderborn große Zustimmung. Das Zweite Vatikanische Konzil erlaubte die Feier der heiligen Messe in der Muttersprache. Als weitere Veränderung durfte der Priester dem Volk zugewandt die Messe feiern. Die Anordnung der Kirchenbänke kam dieser Neuerung entgegen.

Der Initiator des Kirchenneubaues, Pastor Albert Schneider, opferte viel Zeit für Haussammlungen, um die Finanzierung des Projektes zu ermöglichen. Die Dorfbewohner Messinghausens dürfen stolz auf ihre Kirche sein, sie haben rund 270.000,– DM gespendet.

Am 22. Juni 1968, mit Beginn des Schützenfestes, wurde der Grundstein der neuen St. Vitus Kirche gelegt. Pastor Albert Schneider legte eine Metallhülse mit einer Urkunde in den Grundstein, der anschließend eingemauert wurde. Zusätzlich wurden eine alte Urkunde und Münzen aus dem Jahr des Kirchbaues 1881 der Metallhülse beigelegt. Am 6. September 1969 wurde die Kirche konsekriert.

Mitte der 1980er Jahre wurden Veränderungen in der Kirche sichtbar. Der Künstler Theodor Sprenger aus Madfeld schuf die neue Tabernakel-Stele und den Ambo. Bereits beim Betreten der Kirche ziehen diese Kunstwerke die Blicke auf sich.

1993 mussten die Portaltüren erneuert werden. Der Bildhauer Theodor Sprenger entwarf die neuen Türen. Sie sind ein Kunstwerk besonderer Art. Das linke Türelement zeigt die Vertreibung aus dem Paradies, die Geburt Christi und eine Darstellung des Lebens. Die beiden Türelemente in der Mitte zeigen die Bergpredigt und die Symbole für die vier Evangelisten. Die rechte Tür stellt die Kreuzigung und Auferstehung Christi dar. Außerdem ist – vor dem Hintergrund der heutigen Umweltzerstörung – der Hl. Franziskus als Schützer der Schöpfung zu sehen.

Messinghausen Kirche Tür

Eingangsprotal St. Vitus Messinghausen – der mittlere Teil zeigt die Bergpredigt und die Symbole für die vier Evangelisten

Seit 2004 ist die St. Vitus Gemeinde im Besitz einer Reliquie des Hl. Vitus. Sie stammt aus dem Karmeliterinnenkloster aus Sutri in Italien. Der durch den Künstler Boris Sprenger (Sohn des Theodor Sprenger) neu geschaffene Reliquienträger ist ein Geschenk der St. Vitus Schützenbruderschaft 1835 aus Anlass des 175-jährigen Jubiläums der Bruderschaft im Jahr 2010. Sechs Meter züngeln die symbolischen Bronzeflammen an der Kirchwand empor. Die Flammen erreichen die Reliquie, aufbewahrt in einem gläsernen Träger, aber nicht.

Q: Semper Idem

 

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